10. Netzwerktagung 6. Oktober 2021

Digitale Balance …da gibt es doch eine App! – Wie Medienbildung zum gesunden Umgang mit Medien beitragen kann

 

Input:

Digital Wellbeing zwischen individuellen und gesellschaftlichen Bedürfnissen

Digitale Technologien verändern die Art und Weise, wie wir Beziehungen aufbauen, miteinander kommunizieren, arbeiten und unsere Freizeit verbringen. Buzzwords wie »digital detox«, »digital selfcare« und »digital balance« zeigen, dass Fragen nach Selbstregulierung, Autonomie, Abgrenzung und Selbstbestimmung immer mehr ins Zentrum der Aufmerksamkeit rücken, wenn es um einen »gesunden« Umgang mit digitalen Technologien geht. Doch was ist eigentlich gesund?
Welche Auswirkungen haben digitale Technologien auf unser Leben und was bedeutet es, ein Leben zu führen, das für einen Menschen »gut« in einer Welt ist, in der Soziale Medien, Smartphone-Apps, Wearables und andere neue Technologien unsere Gesellschaft immer mehr verändern und unseren Alltag durchdringen. Forschungsarbeiten zeigen sowohl Vorteile in der Nutzung von Technologien mit positiven Effekten für den Einzelnen und die Gesellschaft als auch potenzielle die Negativfolgen. Der Vortrag gibt einen Einblick in aktuelle Forschung rund um das Thema »digitales Wohlbefinden« und geht insbesondere auf soziale Medien und das individuelle Wohlbefinden ein. Ziel ist, die aktuelle Debatte zu erfassen und offene Fragen für die Medienarbeit zu identifizieren. Dabei werden wir einen Bezug auf verschiedene soziale Schlüsselbereiche legen: Gesundheitswesen, (politische) Bildung, soziale Entwicklung sowie Medien und Unterhaltung
Prof. Dr. Judith Ackermann & Leyla Dewitz (FH Potsdam)

Workshops in der Wissenschaftsetage:

Die Würde des Menschen ist unantastbar – Ethik und Regeln im digitalen (Lebens-)Raum

Medienbildung und Medienpädagogik beschäftigen sich aus unterschiedlichen Perspektiven mit der Auseinandersetzung mit Werten und Haltungen. Erst nach der theoretischen Auseinandersetzung über ethnische Werte können daraus praktische Anwendungen im Umgang mit Medien abgeleitet werden. Hierfür bilden „Die 10 Gebote der digitalen Ethik“ eine hilfreiche Grundlage, die im Workshop zunächst einzeln vorgestellt werden, bevor sich die Teilnehmenden auf das 5. Gebot konzentrierten: „Respektiere die Würde anderer Menschen und bedenke, dass auch im Web Regeln gelten.“ Darauf baut sich ein praktischer Input für die Arbeit mit Gruppen zur Empathieförderung, zur Reflexion der eigenen Mediennutzung, zur Medienkompetenzförderung und zum Aufstellen von Online-Kommunikationsregeln auf.
Zabrrea Köstermann – Aktion Kinder und Jugendschutz Brandenburg e.V. (AKJS)

Mach mal online: Erfahrungsaustausch über digitale Formate in der Schulsozialarbeit

Katalysiert durch die Pandemie haben viele Schulsozialarbeitende kreative Lösungen gefunden, ihre analogen Angebote in digitale Formate zu übersetzen. Gerade weil die digitale Lebenswelt für Kinder und Jugendliche heute wie selbstverständlich zum Alltag gehört, sollte die Entwicklung nachhaltig sein. Darum lädt der Workshop die Teilnehmenden dazu ein sich über digitale Praxisansätze auszutauschen, die bei Kindern und Jugendlichen auf besonderes Interesse stoßen.
Anne Nadif, Landeskooperationsstelle Schule – Jugendhilfe

Lebenswelt Soziale Netzwerke: Chancen, Risiken und Utopien für junge Menschen

Das Team des Projekts DigiBitS – Digitale Bildung trifft Schule wird nach einer Einführung in die derzeitige Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen und nach der Klärung von rechtlichen Rahmenbedingen einen utopischen Blick in die Zukunft wagen: Wie könnte das bestmögliche soziale Netzwerk aussehen, in dem Kinder Jugendliche vor Gefahren geschützt sind, in dem sie sich ungestört und stressfrei mit Freund:innen austauschen können? Vor allem: Welche Akteure müssten für welche Regeln und Maßnahmen Verantwortung tragen, um einen „Safe Space“ für junge Menschen zu schaffen?
Udo Lihs (DigiBitS – Digitale Bildung trifft Schule)

Mit Achtsamkeit der eigenen Mediennutzung begegnen

Smartphones sind geniale Werkzeuge, die wir heutzutage im Taschenformat immer zur Hand haben. Sie können uns allerdings auch überfordern. Dann kommt es auf die richtige Balance an. Im Rahmen des Programms “ jumblr – Jugendmedienbildung im ländlichen Raum“ hat der Landesfachverband Medienbildung Brandenburg e.V. ein Workshopformat für Jugendgruppen und Schulklassen entwickelt, bei dem Jugendliche digitale und analoge Möglichkeiten kennenlernen, um die eigene Mediennutzung bewusst wahrzunehmen, zu reflektieren und aktiv zu steuern. Vorgestellt werden die im Workshop eingesetzten Methoden und Unterrichtsmaterialien sowie die mit dem Format gemachten Erfahrungen.
Cherstin Vogel – Landesfachverband Medienbildung Brandenburg e.V.

Onlineworkshops:

Medienscouts ausbilden – Neue Fortbildungsreihe für Schulen in Brandenburg

Hinter dem Begriff „Medienscouts“ steht die Idee, dass Schüler*innen ihre Mitschüler*innen in Fragen der Medienkompetenz unterstützen. Statt die Vermittlung von wichtigen Kompetenzen ausschließlich durch Lehrkräfte anzustoßen, werden also ausgewählte Schüler*innen zielgerichtet ausgebildet, damit diese wiederum ihre Mitschüler*innen in medienpädagogischen Fragen beraten können. Hierbei können sich die Medienscouts unter anderem den Themenfeldern (Cyber-)Mobbing, HateSpeech, FakeNews, Selbstdarstellung in sozialen Netzwerken, exzessive Mediennutzung oder Gaming verschreiben und ihre Mitschüler*innen zu diesen Fragen beraten. Begleitet werden sie dabei von engagierten Lehrkräften oder Schulsozialarbeiter*innen, die sie zum Beispiel im Rahmen einer AG ausbilden und fördern.
Um diese Idee in Brandenburg stärker zu verbreiten, bietet das Landesinstitut für Schule und Medien Berlin-Brandenburg (LISUM) eine neue spezielle Fortbildungsreihe an. Im Workshop werden sowohl das Konzept der Medienscouts als auch die Fortbildungsreihe näher vorgestellt.
Christian Richter, Henry Freye (Landesinstitut Schule und Medien – LISUM)

Freizeit-Mediennutzung: Alle süchtig – oder wie?

Im Lockdown-Jahr sind die Mediennutzungszeiten – nicht ganz überraschend – noch einmal deutlich angewachsen. Wie viele Kinder und Jugendlichen konsumieren Medien „zu viel“ und woran lässt sich das festmachen? Wie lassen sich Kinder und Jugendliche gut begleiten auf dem Weg zu einer selbstkontrollierten Mediennutzung? Und wie kann eine geeignete Intervention aussehen, wenn durch zu viel Konsum Probleme entstehen?
Rüdiger Schmolke (Chill Out e.V. ) und Lysander Laubvogel (Netpiloten- und Rebound-Trainer)

Barrieren abbauen – Medienbildung auf Augenhöhe

Medienkompetenz spielt eine entscheidende Rolle für die Teilhabe in der digitalen Gesellschaft. Medien gestalten Zugänge zu Nachrichten und Informationen und sie können in vielfacher Hinsicht Barrieren abbauen und Begegnungen ermöglichen. Bildungsprojekte mit und zu Medien inklusiv zu gestalten, ist ein wichtiger Aspekt, um unterschiedliche Zugänge und Mediennutzungsformen zu berücksichtigen, eine selbstbestimmte Mediennutzung zu befördern und klischee- und barrierefrei zu kommunizieren.
Workshop im Auftrag der Medienanstalt Berlin-Brandenburg

Hate Speech wegkommentieren!

Neben der Information über das Phänomen Hate Speech allgemein werden in diesem Kurz-Workshop verschiedene Reaktionsmöglichkeiten auf Hate Speech kennengelernt und ausprobiert. Wir erfahren, wie gute Gegenrede aussieht, wo die Grenzen der Meinungsfreiheit liegen und welche Handlungsmöglichkeiten uns noch offenstehen, wenn wir Hate Speech beobachten. Im Anschluss an das Seminar erhalten die Teilnehmenden ein umfangreiches Handout mit weiterführenden Links.
Fluky ist zertifizierte Diversity Trainer*in und leitet als Referent*in für politische Bildung seit über 15 Jahren Workshops und Seminare, hält Vorträge und liebt Online-Formate. Seit 2019 gehört Fluky zu den freiberuflich aktiven politischen Bildner*innen, die mit dem Workshop-Konzept der Amadeu-Antonio-Stiftung Seminare zum Thema Hate Speech durchführen dürfen. 

Smartphone im Unterricht, Schul-Instagram, Film-AG und gleichzeitig „gesunde Schule“

Die Verbraucherzentrale zeigt Praxisbeispiele aus dem Schulalltag von Verbraucherschulen in Brandenburg. Analoge und digitale Lernszenarien werden gewinnbringend miteinander verzahnt und tragen so zu einer bewussten Mediennutzung bei. Mitunter verändern sich die Rollen von Lehrenden und Lernenden im Prozess. Basierend auf den Impulsen werden gemeinsam Ideen für weitere Szenarien entwickelt.
Claudia Joest (Verbraucherzentrale Brandenburg) und Schüler und Schülerinnen des Konrad Wachsmann OSZ in Frankfurt (Oder)

 

 

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Björn Schreiber

Tel. 0331-60 11 88 41

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Digitalisierungsstrategie des Landes Brandenburg