sowie Verleihung Förderpreis Medienkompetenz stärkt Brandenburg

 

 

 

19. Oktober 2022

Lindenpark Potsdam | Stahnsdorfer Straße 76-78, 14482 Potsdam

 

Kein Medium hat sich so schnell und grundsätzlich verändert wie das Internet. Von einem rein wissenschaftlich genutzten Instrument, entwickelt sich der digitale Raum zu einem elementaren Bestandteil unserer Gesellschaft.
Die Geschwindigkeit des digitalen Wandels führt aktuell zu Frustrationen, vielen Debatten und sozialen Ungleichheiten. Offen ist die Frage, wer den digitalen Raum eigentlich gestaltet. Wie steht es um gesetzliche Regelungen, wirtschaftliche Interessen, Machtstrukturen und das soziale Miteinander?

Zudem steigt der Druck auf das Individuum und damit auch auf Bildungseinrichtungen. Stetig werden neue Kompetenzanforderungen zur Bewältigung von digitalen Herausforderungen gestellt:  Datenkompetenz, Informations- und Nachrichtenkompetenz, Debattierfähigkeit, digitale Konsumkompetenz, Gestaltungskompetenz etc.

 

titelte die Wochenzeitschrift „Die Zeit“ bereits im Jahr 2020. Pessimistisch ausgedrückt hat sich der Wunsch nach einem gleichberechtigten und partizipativen Netz, das eine aktive Rolle in der Gesellschaft einnimmt, Werte diskutiert und Mittel der sozialen Integration darstellt, in eine Dystopie verwandelt. Dabei sind die Formen der Ungleichheit vielfältig, z.B.

  • die Benachteiligung von Menschen mit Behinderung durch fehlende technische Mittel und Unterstützungsangebote
  • die konsequente Benachteiligung von People of Color und schwarzen Menschen durch Algorithmen
  • eine digitale Spaltung, die inzwischen nicht mehr vorrangig durch Altersgruppen, sondern durch Bildungsmilieus beschrieben
  • die Frage nach vorhandenen und funktionierenden Zugängen

All dies sind nur einige Beispiele für Barrieren, die Teilhabe am digitalen Raum be- oder gar verhindern und neue ethische und moralische Fragen aufwerfen.

 

Die 11. Netzwerktagung „Medienkompetenz stärkt Brandenburg“ will einen genaueren Blick auf die Bedingungen und Voraussetzung für Teilhabe an der digitalen Gesellschaft für alle Menschen in Brandenburg und insbesondere für Heranwachsende wagen und dabei die Rolle medienpädagogischer, aber auch regulatorischer und struktureller Maßnahmen untersuchen. Dabei sind die Teilnehmer*innen gleichzeitig Teilgeber*innen. Ihre Eindrücke, Erfahrungen und Perspektiven auf digitale Barrieren und Ungleichheiten sind eine essenzielle Grundlage für die Netzwerktagung. An unterschiedlichen Thementischen setzen sie die Schwerpunkte der Tagung, eruieren unterschiedliche Wahrnehmungen von Benachteiligung in digitalen Räumen aus verschiedenen Perspektiven und diskutieren mögliche Lösungsansätze.  Neben dem gemeinsamen thematischen Austausch bietet die Tagung Zeit, Platz und Räume für Netzwerkarbeit, das Kennenlernen von Brandenburger Akteur*innen und zum Verabreden von Kooperationen.

Welcome

09:00 Uhr Anmeldung
09:30 Uhr

Begrüßung:

  • Britta Ernst – Ministerin für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg (angefragt)
  • Dr. Eva Flecken – Direktorin der Medienanstalt Berlin Brandenburg (angefragt)
  • Björn Schreiber – Geschäftsführer des Landesfachverbandes Medienbildung Brandenburg

 

Problemanalyse

10:00 Uhr

Digitale Barrieren und Ungleichheiten – moderierte Thementische

An Thementischen werden Aspekte digitaler Ungleichheit anhand von Leitfragen gesammelt und gewichtet. Themen sind u.a.: Barrierefreiheit, Benachteiligung durch Algorithmen, Diversity, strukturelle Benachteiligungen im ländlichen Raum, Bildungsbarrieren etc.

10:45 Uhr Vorstellung der Ergebnisse aus den Kleingruppen
11:15 Uhr Vortrag: digitale Barrieren und Ungleichheiten – Herausforderungen und Ansätze der Medienbildung
Prof. Valentin Dander, Fachhochschule Clara Hoffbauer Potsdam
12:15 Uhr Mittagspause

 

Problemlösung

13:00 Uhr Workshopphase

 

Workshop 1 - Barrierefreiheit und Inklusion ermöglichen: Dabei sein ist alles - und diese Tools helfen! | Frederik Rößler, barrierefrei kommunizieren!

Im Rahmen eines Erlebnisparcours lernen die Teilnehmenden an verschiedenen Stationen digitale Tools und assistive Apps kennen, welche die Teilhabe an Medienangeboten verbessern können. Die Stationen nehmen dabei unterstützende Technologien für unterschiedliche Einschränkungen in den Fokus und ermöglichen deren direkte Erprobung anhand praktischer Einsatzbeispiele.

Workshop 2: Algorithmen und Ungleichheit - Die schöne neue Welt der KI-generierten Bilder? |Cornelia Brückner & Dr. Christian Richter, LISUM – Landesinstitut für Schule und Medien Berlin-Brandenburg

In den aktuellen Debatten über künstliche Intelligenz sind sie derzeit in aller Munde: Bildgeneratoren, die mittels künstlicher Intelligenz Bilder aus Text erzeugen. Was nach einer faszinierenden Technik klingt, wirft dennoch jede Menge Fragen auf: auf welcher Datenbasis werden die Bilder erstellt? Welche Art von Stereotypen werden damit reproduziert? Welche Auswirkungen hat das künftig auf künstlerische und urheberrechtliche Fragen.

In dem Workshop möchten wir uns neben der grundsätzlichen Funktionsweise dieser Text-zu-Bild-Generierung auch mit den ethischen Fragen dahinter beschäftigen und mit euch diskutieren, welche gesellschaftlichen Folgen diese Entwicklung haben könnte und wie wir sie in die Bildungsarbeit mit Jugendlichen integrieren können.

Workshop 3: Diversity in digitalen Räumen leben und pädagogisch fördern | Dr. Sophie Reimers, Aktion Kinder- und Jugendschutz Brandenburg (AKJS e.V.)

Der digitale Raum als Teil der Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen bietet Chancen gesellschaftliche Diversität zu erfahren und gleichzeitig sind Dynamiken der Ungleichheit und Ausgrenzung wirksam. Nach einem kurzen Input zu dieser Ausgangslage soll es im Workshop um konkrete methodische Impulse für die pädagogische Praxis gehen, die auf zwei Dimensionen abzielen:

  • Perspektivwechsel & Sensibilisierung
  • Stärkung & Support

Der Workshop bietet Raum, die methodischen Impulse zu diskutieren und Fragen aus den jeweiligen Arbeitskontexten aufzugreifen. So kann im Anschluss ein einfacher Transfer in die pädagogische Praxis gelingen.

Workshop 4: Digitale Jugendbeteiligung als Mittel des Barriereabbaus | Dominik Ringler, kijubb – Kompetenzzentrum Kinder- und Jugendbeteiligung Brandenburg

Im Workshop wird zunächst grundsätzlich auf Kinder- und Jugendbeteiligung als Teil der Lebenswelt Heranwachsender eingegangen und die verschiedenen Beteiligungsfelder werden vorgestellt. Wo spezifische Hürden und Barrieren für bestimmte Gruppen junger Menschen vorliegen und welche praktischen Ansätze der digitalen Beteiligung es in Brandenburg in Bezug auf die Beteiligungsfelder Jugendhilfe und Kommune bereits gibt, wird ebenfalls Teil eines Inputs sein. Im zweiten Teil des Workshops geht es dann um den Erfahrungsaustausch unter den Teilnehmenden zu Fragen nach Chancen und Grenzen der digitalen Beteiligung, nach spezifischen Bedarfen und um die Sammlung von Ideen für die digitale Beteiligung für bestimmte Zielgruppen. 

Workshop 5: Jugendmedien- und Demokratiebildung im ländlichen Raum - Impulse aus dem Projekt jumblr | Isgard Walla, Cornelia Kern, Landesfachverband Medienbildung Brandenburg e.V.

Was braucht es im ländlichen Raum für eine zeitgemäße Medien- und Demokratiebildung? Haben Jugendliche dort andere Bedarfe und Themen? Gibt es besondere Hürden und Chancen? All diesen Fragen widmet sich der Workshop anhand der Erfahrungen des lmb-Projekts „jumblr – Jugendmedienbildung im ländlichen Raum“. Der Workshop ist interaktiv angelegt und bietet neben dem Input auch die Möglichkeit des Austauschs untereinander.

Workshop 6: Jugendlicher Konsum in digitalen Räumen: Teilhabe durch Verbraucherbildung als Antwort auf Benachteiligungen | Florence Ziesemer, Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) - Projekt Verbraucherchecker

Junge Menschen konsumieren nicht nur digitale Medien, sie wickeln auch ihre Käufe online ab. Werbung auf Social Media, Cookies, Streaming-Abos und Fake Shops werden dadurch zu wichtigen Themen des Verbraucherschutzes. Wie können junge Verbraucher:innen dabei entstehenden Benachteiligungen begegnen? Das Bildungsprojekt Verbraucherchecker des vzbv schlägt einen Peer-to-Peer-Ansatz vor, der Jugendliche dazu aktiviert, sich mit ihrer Rolle als Verbraucher:in auseinanderzusetzen und selbst kleine Info-Aktionen zu relevanten Themen in ihrem sozialen Umfeld umsetzen. In diesem Workshop lernen Teilnehmende die Verbraucherchecker-Ausbildung kennen. Wir sammeln und diskutieren Potentiale und Hürden für die aktive Jugendbeteiligung im Verbraucherschutz.

 

14:30 Uhr Vorstellung der Workshopergebnisse und Tagungszusammenfassung
15:00 Uhr Pause

 

Best Practice

15:30 Uhr Preisverleihung
17:00 Uhr Ende

 

Moderation: Dr. Anna Grebe | medien.politik.partizipation

 

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenfrei.
Die Tagung ist als Lehrerweiterbildung anerkannt. Lehrer*innen melden sich bitte zusätzlich im FortbildungsNetz auf www.tisonline.brandenburg.de an. Die TIS-Nummer lautet: 22L330501.

Die Anzahl der Plätze ist begrenzt. Bitte melden Sie sich rechtzeitig an. Bitte beachten Sie die zum Zeitpunkt der Veranstaltungen geltenden Regelungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie.

 

Veranstaltungsort und Anreise:

Lindenpark Potsdam
Stahnsdorfer Straße76-78
14482 Potsdam

Der Veranstaltungsort befindet sich in Potsdam Babelsberg unweit der S-Bahn-Station Griebnitzsee.


Größere Karte anzeigen

Kontakt

Björn Schreiber

Björn Schreiber

Geschäftsführer

 

 

Tel.: 0331-60 11 88 41
Mobil: 01590 - 611 9 250
Mail: schreiber@medienbildung-brandenburg.de

Cornelia Kern

Cornelia Kern

Bildungsreferentin | Projektmitarbeiterin jumblr

 

Tel.: 0331-60 11 88 45
Mobil: 0159-06 11 93 23
Mail: kern@medienbildung-brandenburg.de