5. Netzwerktagung 12. Oktober 2016

Der digitalen Spaltung begegnen
Chancen der Digitalisierung für alle nutzbar machen

Reden wir von Chancengleichheit bei der Nutzung der digitalen Medien geht es immer weniger darum, Kindern und Jugendlichen Zugang zum Netz zu gewähren. In Zeiten, in denen (fast) alle online sind, muss sich der Blick auf die Art und Weise richten, wie Medien genutzt werden. Laut D21-Digital-Index 2015 bewegen sich erst 36 Prozent der Bevölkerung bei der Internetnutzung „digital souverän“. Zu den Ursachen dafür gehört zwar auch der fehlende Ausbau der Breitbandversorgung in ländlichen Gebieten, und gerade beim Anschluss von Schulen besteht hier großer Nachholbedarf, Studien zeigen aber, dass sich die Art und Weise, wie Medien genutzt werden, vor allem entlang des formalen Bildungsniveaus unterscheidet.

So beschreibt etwa die DIVSI Studie von 2015, wie eine stärker unterhaltungs- und kommunikations- geprägte Nutzungsweise bei formal niedriger Gebildeten einer vielfältigeren Nutzungsweise bei den höher Gebildeten gegenüber steht, die das Internet auch als Informationsmedium und Bil- dungsinstrument verstehen. In Zeiten, in denen ein kompetenter Umgang mit Medien immer mehr Voraussetzung für gesellschaftliche und soziale Teilhabe ist, kann dies verhängnisvoll sein.*

Dabei muss es das Ziel sein, dass sich alle Menschen kompetent und selbstbestimmt in der digitalisierten Welt bewegen können. Vor allem die Schule, die Kinder und Jugendliche verschiedenster Milieus erreicht, muss die digitalen Technologien stärker als Bildungsinstrument verstehen. Ein wichtiger Partner dabei ist die außerschulische Medienarbeit, die bereits frühzeitig Konzepte und Methoden entwickelt hat, bei der Medien als Chance zur Selbstermächtigung und Beteiligung an der Gesellschaft begriffen werden.
Auch bei der Integration – derzeit eine der größten gesellschaftlichen Herausforderungen – spielt die
Nutzung digitaler Medien eine besondere Rolle. Sie stärken Integrationsprozesse und befähigen dazu, demokratische Potenziale zu nutzen und mit zu gestalten. Der Einsatz audiovisueller Medien verleiht Menschen unabhängig von Sprach- und Schriftkenntnissen eine Ausdrucksmöglichkeit und versetzt sie in die Lage, an unserer Gesellschaft teilhaben zu können.

Digitale Medien in der Bildung haben durch ihre Lebensweltnähe sowie ihrer kommunikativen und informativen Funktionen große Potenziale zur Herstellung von Chancengleichheit. Dazu gehören neben der Schaffung von Zugangsmöglichkeiten methodische Konzepte und vor allem entsprechend aus- und fortgebildete Lehrer*innen und außer- schulischen Pädagog*innen, denn Medien- kompetenz entsteht nicht von alleine durch Nutzung der Technik.

Videodoku der 5. Netzwerktagung „Medienkompetenz stärkt Brandenburg“

Fotodokumentation

5. Netzwerktagung "Medienkompetenz stärkt Brandenburg", 12.10.2016

Arbeitsergebnisse World-Café-Tische

Download der Arbeitsergebnisse (pdf, 5,3 MB)

Präsentationsfolien des Impulsvortrags „Neue Formen Digitaler Spaltung und digitaler Ungleichheit als (medien)pädagogische Herausforderung“, Dr. Stefan Iske, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
Download (PDF, 1,4 MB)

Podiumsdiskussion „Medienbildung für alle“

Medienkompetenz_Logo
Ansprechpartner

Matthias Specht

Matthias Specht Tel. 0331-60 11 88 40 Mail: zentrale [ät] medienbildung-brandenburg.de

Downloads

MBJS-Konzeptpapier „Stärkung der Medienkompetenz“

Rahmenvereinbarung MBJS-mabb

Digitalisierungsstrategie des Landes Brandenburg