Preisträger 2012

Die Medienanstalt Berlin-Brandenburg und das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg (MBJS) haben am 18. Oktober 2017 zum ersten Mal den Förderpreis „Medienkompetenz stärkt Brandenburg“ verliehen. Im Rahmen der gleichnamigen Netzwerktagung wurden folgende Akteure aus dem Bereich der Medienbildung in fünf Kategorien ausgezeichnet:

1. Medien und Realität

Durch die Augen eines Fremden – eine mediale Spurensuche im Schenkenländchen

Mit dem Sonderpreis „Medien & Realität“ wurde die Jugendkoordination Amt Schenkenländchen mit „Durch die Augen eines Fremden – eine mediale Spurensuche im Schenkenländchen“ ausgezeichnet. In dem Projekt setzen sich die teilnehmenden Jugendlichen mit ihrer lokalen Identität auseinander, indem sie ihre Region Schenkenländchen in einem Videofeature analysieren.

Vom 15. – 22.07.2013 begegneten sich 20 deutsche und russische Jugendliche und junge Erwachsene in dem praktischen Teil des Medienprojektes „Durch die Augen eines Fremden“. Die zehn jungen Erwachsene aus Südsibirien/ Russland und zehn Jugendliche im Alter von 14 – 18 Jahren aus dem Amt Schenkenländchen trafen sich in Halbe.

Audiovisuell reflektierten zunächst die deutschen Teilnehmer ihre lokale Umgebung auch im Gespräch mit den russischen Teilnehmern. Dabei konnten sie vor und hinter der Kamera die nötigen Kompetenzen zur Produktion eines Videofeatures einüben (Kamerabedienung, Ton, Interviewentwicklung und –führung, Schnittplan u.ä.). Anschließend führte die Projektgruppe Interviews mit Herrn Pauly von der Märkischen Allgemeinen Zeitung (MAZ) sowie Herrn Dr. Fischer und Frau Voigt vom Wochenspiegel. Der Wochenspiegel gab den Teilnehmerinnen auch Einblick in sein umfangreiches Archiv.

Videofeature

2. Medien und Bildung

„Die Zukunft des Fernsehens“

Durch die rasante Entwicklung im Medienbereich mit der immer intensiveren Verschmelzung von TV und Internet stellt sich die Frage nach der weiteren Entwicklung des Fernsehens. Wer macht in Zukunft Fernsehen, wie kann das finanziert werden und was hat der Nutzer davon?

In dem Schulprojekt, von Februar bis Juni 2013, haben die Teilnehmer den Prozess einer TV-Produktion schematisch nachvollzogen. Die insgesamt zwölf Auszubildenden erarbeiteten in drei Gruppen das Konzept für ihren Beitrag und erstellten eigene Inhalte. Diese, wie auch die zentralen Experten-Interviews, wurden allen zur Verfügung gestellt, sodass jeder Teilnehmer einen eigenen Beitrag erstellen konnte. Anschließend entschieden die Gruppen, welcher Beitrag als Projektergebnis vorgeführt und eingereicht wurde. Die Projektarbeit hat am Eduard-Maurer-Oberstufenzentrum in Hennigsdorf stattgefunden.

Die Teilnehmer arbeiteten komplett selbstständig. Unterstützt wurden sie dabei von einem Medienpädagogen, Rudolf Freundorfer des Kulturhilfwerkes e.V., der extern für dieses Projekt gewonnen wurde. Durch Impulsvorträge, Übungen und praktische Anleitungen wurden die Teilnehmer befähigt, ihre eigenen Inhalte zu produzieren und zu einem Beitrag zu schneiden. Dabei legte die Projektleitung viel Wert auf eigenverantwortliches Arbeiten, Teamfähigkeit und klare Aufgabenverteilung in den Gruppen. Mit dieser Vorgehensweise wurde auch die Einübung sozialer Kompetenzen sowie Wahrnehmung von Führungsverantwortung innerhalb der Gruppen gefördert.
Technisch arbeiteten die Gruppen mit der Videofunktion von DSLR-Kameras, Stativen, Mikrofonen und der Videoschnittsoftware Final Cut Express.

Die Teilnehmer sind Auszubildende im Bereich Gestaltungstechnische Assistenten am Eduard-Maurer-Oberstufenzentrum in Hennigsdorf, in dessen Rahmen dieses Projekt stattgefunden hat. Das fertige Medienprodukt, ein Videofeature aus dem Material aller drei Gruppen sowie der zentral aufgenommenen Interviews mit Prof. Dr. Hansjürgen Rosenbauer und Willi Schroll, wurde im Juni 2013 öffentlich im JFFZ Konradsberg in Hennigsdorf präsentiert. Alle Teilnehmer haben das Feature zum Download zur Verfügung gestellt bekommen. Das Videofeature wird in Zukunft auch im Unterricht am Eduard-Maurer-Oberstufenzentrum eingesetzt und bei ALEX – offener Kanal Berlin ausgestrahlt.

3. Medien und Generationen

Stadtentdecker 4×16303 – 4 Wochen lang die Heimat erforschen und Erlebnisse verkünden

Der Förderpreis in der Kategorie „Medien & Generationen“ ging an das MehrGenerationenHaus im Lindenquartier. In dem Projekt „Stadtentdecker 4×16303 – 4 Wochen lang die Heimat erforschen und Erlebnisse verkünden“ sollen sich die generationenübergreifenden Teilnehmer (12 bis 65+) mit den historischen und gegenwärtigen Entwicklungen ihrer Heimatstadt Schwedt/ Oder in Form eines Onlineblogs auseinandersetzen.Die nötigen Kompetenzen im Recherchieren, Schreiben, Fotografieren, Filmen und Bearbeiten von (audio-)visuellen Bildern erwarben die generationenübergreifenden Teilnehmer durch Experten.

4. Medien und Politik

In- & außerhalb des Lichtkegels!? – Ein Jugendmediengeschichtsprojekt im Jugendheim ‚Heinrich Zille‘ in Siethen

Das Projekt „In- & außerhalb des Lichtkegels!? – Ein Jugendmediengeschichtsprojekt im Jugendheim ‚Heinrich Zille‘ in Siethen“ spricht schuldistanzierte Jugendliche an, die die Geschichte des Jugendheims „Heinrich Zille“ in Siethen medial erforschen werden und wird vom Landesjugendring Brandenburg unter Leitung von Sandra Brenner durchgeführt.

Videofeature

5. Medien und Lokale Identität

Meine Heimat die Energieregion Spremberg

In der Kategorie „Medien & lokale Identität“ wurde die Stiftung SPI Freizeitzentrum „Bergschlösschen“ für das Projekt „Meine Heimat die Energieregion Spremberg“ ausgezeichnet, in dem sich Jugendliche in der Bergbau Region am Felixsee in Bohsdorf mit den widersprüchlichen energiepolitischen Entwicklungen in ihrer Heimatumgebung auseinandersetzen sollen. Vom 21. bis 27. Juli haben sich Jugendliche ab 14 Jahren mit ihrer Region Spremberg in einer Projektwoche in der Bergbau Erlebniswelt am Felixsee im Ortsteil Bohsdorf medial auseinander gesetzt. Der Braunkohletagebau hat nämlich dort seine Spuren hinterlassen. Auch der Felixsee ist Tagebaurestloch. Nach der kritischen Analyse der Berichterstattung und Darstellung von energiepolitischen Entwicklungen in Print- und Onlinemedien haben die Teilnehmer einen Webblog erstellt, eigene Raps getext, Musik auf iPads komponiert sowie in einem Tanz die Spuren des Bergbaus in Bewegungen übersetzt. Eine Tagesfahrt in den aktiven Tagebau und zum Kraftwerk Schwarze Pumpe wurde filmisch festgehalten. Unterstützt wurden die Teilnehmer von vier Medienpädagogen unter der Leitung von Sabine Klauke vom Kinder- und Jugendfreizeitzentrum „Bergschlößchen“ in Spremberg.

Ansprechpartner

Matthias Specht

Matthias Specht Tel. 0331-60 11 88 40 Mail: zentrale [ät] medienbildung-brandenburg.de

Downloads

MBJS-Konzeptpapier „Stärkung der Medienkompetenz“

Rahmenvereinbarung MBJS-mabb

Digitalisierungsstrategie des Landes Brandenburg

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