Medienbildung: Lokal. Digital. Vernetzt.

Dienstag, 14. September 2021, 9:30 – 16:00 Uhr

 

Ort:
Jugendbildungs- und Begegnungsstätte Hirschluch
Hirschluch 1, 15859 Storkow (Mark)

Region Ost (Cottbus, Frankfurt (Oder) sowie die Landkreise LDS, EE, OSL, SPN, LOS, MOL, BAR und UM)

Die jumblr-Regionalfachtage im September 2021 richten sich an pädagogische Fachkräfte aller Bildungsbereiche und beinhalten Fachimpulse im Themenbereich außerschulische Jugendmedienbildung, Informationen zum Bildungsprogramm jumblr, sowie Vernetzungsformate zum Austausch in der Region. In Praxisworkshops werden beispielhaft pädagogische Konzepte für die praktische Medienbildungsarbeit vorgestellt, die perspektivisch im Rahmen des jumblr-Programms als Module in Ihrer Einrichtung angeboten werden können.
Aufgrund der unsicheren Pandemie-Lage wird zusätzlich zu den zwei Präsenzveranstaltungen jeweils ein „Online-Track“ angeboten, damit verhinderte Fachkräfte auch per Online-Konferenz teilnehmen können. Parallel zum Input-Streaming werden zwei Online-Praxisworkshops angeboten, an denen die Online-Teilnehmenden aber auch Fachkräfte vor Ort teilnehmen könnten.

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Programmüberblick

  • Begrüßung und Kurz-Info zum Medienbildungsprogramm „jumblr – Jugendmedienbildung im ländlichen Raum“
  • Impulsvortrag „Medien- und Demokratiebildung im ländlichen Raum?“

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    Medienbildung und Demokratiebildung sind zwar keine neuen Konzepte für die Jugendarbeit in Brandenburg. Spannend wird es jedoch, wenn sie konzeptionell zusammen gedacht werden. Fake News, Hate Speech, Filterblasen und Verschwörungserzählungen – all diese mediale und gesellschaftliche Entwicklungen erfordern zunehmend diese Verzahnung in der pädagogischen Arbeit. Doch welche thematischen Schnittstellen ergeben sich für die pädagogische Praxis? Und welche pädagogischen Ziele lassen sich hieraus ableiten? Welche Methoden, Ansätze, und Modellprojekten können diesen Zielen gerecht werden? Wie könnte eine nachhaltige Medien- und Demokratiebildung in ländlichen Räumen umgesetzt werden und welche strukturellen und organisatorischen Gegebenheiten sind hierbei besonders zu beachten? Im Rahmen der Fachbegleitung des Programms jumblrjim ist das JFF (Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis) diesen Grundsatzfragen nachgegangen und stellt beim Fachtag erste praxisrelevante Erkenntnisse vor. ReferentInnen: Guido Bröckling/Stoyan Radoslavov   Büro Berlin des JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis.
  • jumblr-Praxisworkshops

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    Digitale Stadtrallye, Jugendbeteiligungsprojekt, Minetest-Jugendclub oder Repaircafé: Fachkräfte aus der medienpädagogischen Praxis zeigen in praktischen Workshops, was außerschulische Medienbildung in Brandenburg ausmachen kann. Insgesamt werden 12 Praxisworkshops aus dem Themenbereich “Medien und Demokratiebildung” angeboten (4 Präsenzworkshops + 2 Online Workshops) die jeweils nach der Mittagspause wiederholt werden.(Programmänderungen vorbehalten)

     

    • Workshop-O-1 Sozial- und Lebensraum / Mobile Medienarbeit – „Mobile Serious Gaming“

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      Das Themenfeld Mediale Sozialraumerschließung untersucht die Beziehung zwischen Jugendlichen und ihrem direkten Umfeld. Die Grenzen zwischen Sozialraumerkundung, – erzählung, -gestaltung und -entwicklung fließen zunehmend ineinander. Gerade bei Kindern und Jugendlichen können Medien hier eine wichtige Rolle übernehmen: QR-Rallyes, Lokalredaktionen, Foto-Safaris, Vox-Pops und interaktiven Karten bieten spannende medienpädagogische Ansätze für eine lebensweltorientierte mediale Sozialraumerschließung.Im praxisorientierten Workshop werden Projektansätze vorgestellt, in denen sich Jugendliche unter Einbezug von digitalen Medien mit ihrem direktem Umfeld aktiv auseinandersetzen. In mehreren Brandenburger Jugendeinrichtungen kommt seit 2020 die “mobile-serious-gaming”-App “ESPOTO” zum Einsatz. Mit kreativen Spielformen bringt sie als mobile Anwendung vielfältige Möglichkeiten von digitalen Stadtrallyes, Sozialraumerkundung und Schnitzeljagden auf dem Smartphone in den ländlichen Raum Brandenburgs. Im Workshop erläutert der Spiele-Entwickler und Berater des jumblr-Programms Marius Meissner unter anderem die Funktionen und Möglichkeiten der App, zeigt aber auch weitere Möglichkeiten medialer Sozialraumerschließung für die pädagogische Praxis auf. Weitere Informationen folgen.  Referent: Marius Meissner ESPOTO GmbH
    • Workshop-O-2 Umwelt und Nachhaltigkeit – „Tetrapix: Lichterkunst mit Saftkartons“

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      Das Themenfeld Umwelt und Nachhaltigkeit verzahnt medienpädagogische Ansätze (z.B. MakeyMakey, 3D-Druck, Repaircafes und Upcycling) mit gesellschaftspolitischen Fragestellungen (Umweltschutz, Ressourcenmanagement, Mobilitätslösungen). Im praxisorientierten Workshop werden Projektansätze vorgestellt in denen sich Jugendliche mit Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen aus ihrem direkten Umfeld aktiv und unter Einbezug von digitalen Medien beschäftigen. „Tetrapix“ zählt zu den besonders nachahmenswerten Projektansätzen. Wenn technikaffine junge Menschen, die Themen Nachhaltigkeit, Medien und Bildung miteinander verbinden wollen, dann kann das ein Workshopkonzept wie “tetrapix” zum Ergebnis haben. Das von Studierenden entwickelte Projekt nimmt Kinder auf spielerische und nachhaltige Weise mit auf Entdeckungsreise in die Welt der Hacker*innen und Maker*innen. In einem Workshopzeitraum von ein bis fünf Tagen bauen Kinder und Jugendliche kleine Bildschirme mit Tetrapacks als Pixel, bringen sie mit Lichterketten zum Leuchten und programmieren sie dann mit einer blockbasierten Programmiersoftware. Zum Regionalfachtag gibt der Workshopentwickler Bastian Brabec einen Einblick in das Workshopkonzept, um Fachkräften die Möglichkeit zu geben, die Idee im eigenen pädagogischen Umfeld umzusetzen.  Bitte pro Person fünf ausgewaschene Tetrapacks oder ähnliches mitbringen. Weitere Informationen unter www.tetrapix.de  Referent: Bastian Brabec / tetrapix
    • Workshop-O-3  Datensouveränität – „DataSkop – Was passiert mit meinen Daten?“

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      Datensouveränität ist ein zentrales Themenfeld für Medien- und Demokratiebildung. Big Data, K.I., Algorithmen oder Sprachassistenten – Digitalisierungs- und Datafizierungsprozesse prägen zunehmend das Zusammenleben in einer demokratischen Gesellschaft und bringen wertorientierte Fragestellungen mit sich. Die medienpädagogische Arbeit mit Jugendlichen kann ihnen helfen ein Bewusstsein für datenverarbeitende Prozesse zu entwickeln und die Konsequenzen für Individuum und Gesellschaft besser einschätzen zu können. Im praxisorientierten Workshop zu “DataSkop” werden Projektansätze vorgestellt in denen sich Jugendliche aktiv mit Digitalisierungs- und Datafizierungsprozessen auseinandersetzen. Das Verbundprojekt DataSkop entwickelt ein Datenspendeportal, um die Erforschung und medienpädagogische Vermittlung von algorithmisch-gesteuerten Entscheidungsprozessen in die Breite zu tragen. Dazu wird ein Workspace mit Lernmaterialien und Analyse-Werkzeugen für verschiedene Lernszenarien entwickelt. Die Materialien regen zur handlungsorientierten und interaktiven Auseinandersetzung mit Daten und Algorithmen in praxisorientierten Unterrichtsbeispielen und zur explorativen und spielbasierten aktiven Medienarbeit im außerschulischen Bereich an. Einige der Methoden und Werkzeuge werden mit den Teilnehmenden im Workshop erprobt und reflektiert. Referent: Robert Behrend,
    • Workshop-O-4 Meinungsbildung und Informationskompetenz – „TruthTellers – Verschwörungserzählungen zum Thema machen?“

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      Das Themenfeld Meinungsbildung findet sich sowohl in der Demokratiebildung, als auch in der Medienbildung wieder. Medialer Populismus, Verschwörungstheorien und Fake News bieten hier zahlreiche Schnittstellen. Das kritische Hinterfragen von Quellen aus verschiedensten Medien ist eine wichtige Voraussetzung für die Meinungsbildung und damit von demokratischer Teilhabe. Im praxisnahen Workshop wird das Projekt „TruthTellers“ vorgestellt, in dem sich Jugendliche mit Meinungsbildung und Informationskompetenz aktiv auseinandersetzen und diese unter Einbezug von digitalen Medien gemeinsam reflektieren. Das Projekt  widmet sich der Frage: Lüge, totaler Quark oder doch DIE WAHRHEIT? Besonders in sozialen Medien werden wir immer wieder mit Meldungen konfrontiert, von denen wir nicht wissen, ob sie wahr oder falsch sind. Manche haben einen wahren Kern, werden aber in einen falschen Zusammenhang gestellt. Andere sind schlichtweg Falschinformationen. Geschickt aufgearbeitet können sie gleichermaßen Teil von Verschwörungserzählungen sein, die eine politische Absicht verfolgen. Wie erkennen wir Verschwörungserzählungen? Was ist „Emotional Engineering“? Warum reicht einfaches Fakten-Checken in der Regel nicht aus um Verschwörungen zu entkräften und was braucht es stattdessen um Jugendliche für die Mechanismen von Verschwörungserzählungen zu sensibilisieren. Im Projekt „TruthTellers“ setzen sich Jugendliche über Digital Storytelling mit den Themen Wahrheit, Erzählungen und Ideologien sowie der Rolle von Erzählungen, Glauben und Gefühlen für die Überzeugung für bestimmte Wahrheiten auseinander. Im Workshop  werden verschiedene Methoden vorgestellt mit denen die genannten Fragen im Rahmen eines Modellversuchs an drei Berliner Schulen im Sommer 2021 behandelt wurden. Weitere Informationen >>> Referent: Max Neu,
    • Workshop-O-5 Online-Track Virtuelle Räume und digitale Jugendarbeit –  „Minetest: Jugendbildung in virtuellen Räumen?“

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      Virtuelle Räume (Minecraft, Discord und co.) und Gaming-Ansätze prägen schon lange die Jugendkultur. Nach der Pandemie-Erfahrungen werden sie auch zunehmend von der Jugendarbeit entdeckt. Einmal etabliert bieten virtuelle Räume einen guten Rahmen für die kontinuierliche pädagogische Arbeit mit Jugendlichen. Im praxisorientierten Online-Workshop werden unterschiedliche medienpädagogische Projektansätze rund um Minetest und Game-Based-Learning vorgestellt und ausprobiert. Weitere Informationen folgen. Referent: Tobias Thiel (Evangelische AkademieSachsen-Anhalt e.V. – Wittenberg)
    • Workshop-O-6 Online-Track Digitale Jugendbeteiligung – „eSports in der Jugendarbeit?“

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      Nach §18a der brandenburgischen Kommunalverfassung sollte Jugendbeteiligung ein fester Begriff für die Jugendarbeit in Brandenburg sein. Doch welche Rolle spielen digitale Medien und medienpädagogische Methoden vor diesem Hintergrund? Und wie können diese im Sinne einer lebensweltorientierten und partizipativ ausgerichteten Beziehungsarbeit mit den Jugendlichen vor Ort eingesetzt werden? Im praxisorientierten Online-Workshop zum Thema „eSports“ werden besonders empfehlenswerte medienpädagogische Ansätze vorgestellt, ausprobiert und reflektiert. Der sportliche Wettkampf steht beim eSports im Mittelpunkt. Jugendliche aus ihrer Isolation holen, ihrer Lebenswelt (dem Computerspielen) einen sozialen Raum geben und sich neu zu verorten sind die Chancen, die von eSports-Angeboten in der Jugendarbeit ausgehen. Über eSports- Aktivitäten kann in der Jugendarbeit eine Zielgruppe adressiert werden, die durch ihre Leidenschaft für das Computerspiel lange ins Hintreffen gerät. Dabei können ausgewählte Computerspiele in vielerlei Hinsicht eine neutrale Plattform bieten, die unabhängig von Geschlecht, Vorerfahrung, Alter und Bildungsgrad bespielt werden kann und neue soziale Netze ermöglicht.Der Workshop bietet Einblicke in Ansätze und Möglichkeiten, die von eSports-Angeboten ausgehen: kleine und große Wettkämpfe zwischen Jugendclubs, Kooperationen zu Sportvereinen am Beispiel Cottbus oder Mehrgenerationen-Wettkämpfe in Mehrgenerationenhäusern. Wie wähle ich ein geeignetes Spiel, wie finanziere ich ein Angebot, was sind die ersten Schritte.Referentin: Jessica Euler
  • Netzwerkformat – Map the Medienbildung

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    Ich habe einen 3-D-Drucker zum Verleih. Wer kann mich mit Filmtechnik unterstützen? Wo finde ich Expertinnen, die mir bei medienpädagogischen Projekten in meiner Region helfen können? In einem digitalen spielerischen Format soll kollaborativ eine medienpädagogischen Ressourcenkarte für Brandenburg erstellt werden.
  • Zukunftswerkstatt – Regionale Medienbildung vor Ort

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    Nach Theorie und Praxis geht der Blick nun nach vorn: Welche Voraussetzungen braucht gute Medienbildung im ländlichen Raum? Wie kann arbeiten und lernen im Netzwerk gelingen? Ob Gruppendiskussion oder im Worldcafé: regional gruppiert sind die Tagungsteilnehmenden in dialogischen Formaten eingeladen, auf der Grundlage der medienpädagogischen Ressourcenkarte eigene Ideen und Impulse für die Weiterentwicklung eines Regionalnetzwerkes für Medienbildung in ihrer Region zusammenzutragen. In separat moderierten Gruppendiskussionen werden dabei Ideen, Herausforderungen, Unterstützungsbedarfe und Zielvorstellungen für gute Medienbildung im ländlichen Raum ausgetauscht.
  • Ausblick und Verabschiedung

(Programmänderungen vorbehalten)

Anmeldung

Die Anmeldung ist bis zum 03.09.2021 möglich. Die Platzkapazitäten sind begrenzt.

Zur Teilnahme am Regionalfachtag wird ein Kostenbeitrag von 20,- € erhoben.
Bitte überweisen Sie den Betrag (nach ihrer Anmeldung) bis spätestens 3.9.2021 auf das Konto des
lmb – Landesfachverband Medienbildung Brandenburg e.V.
Mittelbrandenburgische Sparkasse in Potsdam
IBAN: DE40 1605 0000 3505 0017 15
Betreff: TN-Beitrag_jumblr_RFT_O_Vorname_Nachname

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Die Regionalfachtage sind eine Veranstaltung des lmb e.V. in Kooperation mit dem Büro Berlin des JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis.

 

Hintergrund zum Bildungsprogramm „jumblr“

Der Landesfachverband Medienbildung Brandenburg e.V. entwickelt und setzt seit 2020 das Bildungsprogramm „jumblr – Jugendmedienbildung im ländlichen Raum“ um und knüpft damit an die bewährte medienpädagogische Arbeit der Jugendinformations- und Medienzentren (JIM) an.
Ziele sind die Förderung außerschulischer medienpädagogischer Angebotsformate im ländlichen Raum und die Initiierung medienpädagogischer Kooperationen von Jugendfreizeiteinrichtungen mit Schulen im Sozialraum. Das Programm wird in mehreren Brandenburger Regionen parallel durchgeführt und beinhaltet unterschieldiche Vernetzung und Weiterbildungsformate für pädagogische Fachkräfte. Zentraler Bestandteil ist ein jährlicher Regionalfachtag.
>>>Weitere Informationen zum jumblr-Programm