6. Außerschulische Kooperationspartner

Im einleitenden Abschnitt des BCMB zur Bedeutung der Medienbildung wird selbige im schulischen Kontext als Prozess begriffen, der „an die Alltagserfahrungen der Schülerinnen und Schüler“ anknüpft. Wir begrüßen diese Aussage sehr; in ihrer  Umsetzung würde in Schulen nachgerade ein Paradigmenwechsel im Verständnis von Lernprozessen eingeleitet werden. Außerschulische (medien)pädagogische Partner lassen sich grundsätzlich vom Prinzip der Lebensweltorientierung Heranwachsender leiten. Gerade in diesem Spannungsverhältnis – einerseits die schulischen Anforderungen an die überprüfbare Wissensvermittlung, andererseits die medialen Alltags- und informellen Lernerfahrungen von Kindern und Jugendlichen, denen am Schultor derzeit noch gleich einer Firewall der Einlass verwehrt wird – kann außerschulische medienpädagogische Expertise Beziehungs-Brücken bauen zwischen Lehrerinnen und Lehrern sowie Schülerinnen und Schülern. Beispielhaft leistet in Berlin das Qualifizierungsprogramm BITS 21 der Träger fjs e.V. und WeTeK Berlin gGmbH mit dem „Fachprofil Medienbildung“ und dem „Fachprofil Jugendmedienarbeit“ einen wichtigen Beitrag zur Qualifizierung pädagogischer Fachkräfte in der Schule. Die außerschulischen medienpädagogischen Bildungsträger sind bereit, ihre Fachkräfte verstärkt für die medienpädagogische Zusammenarbeit mit Schule zu qualifizieren.

Es werden noch Jahre vergehen, bis Medienbildung in der Schule ein selbstverständlicher Bestandteil des Lehrkräfte-Portfolios ist. Wir rufen deshalb die Schulen auf, die bereits eingeleitete Öffnung nach außen hin zu intensivieren und verstärkt Medienprojekte in Kooperation mit außerschulischen medienpädagogischen Einrichtungen umzusetzen. All unsere Erfahrung zeigt, dass Kooperation zuerst eine Frage des Wollens ist.

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